Bisher hatte ich zu jeder der letzten Ubuntu-Versionen einen Artikel geschrieben, bzw. ältere aktualisiert. Bei Ubuntu 11.04 und Unity fiel mir ehrlich gesagt aber erst mal nicht ein, was ich überhaupt dazu sagen soll. Ich habe bis heute durchgehend Unity genutzt (eher getestet) und bin nun an dem Punkt, dass ich zufrieden bin. Daher möchte ich nun meine Erfahrungen mit euch teilen. Unveränderte Vorgehensweisen habe ich wieder aus den alten Artikeln übernommen.

Installationsvorbereitung

In der Regel ist es problemlos möglich, von einem Release zum nächsten ein Upgrade durchzuführen. Sobald ein neues Ubuntu-Release veröffentlicht wird, erscheint in der Aktualisierungsverwaltung ein Hinweis darauf (erscheint kein Hinweis, muss man in den Einstellungen den Wert für Freigabe-Aktualisierung ändern). Normalerweise empfehle ich immer Upgrades. Gerade wegen den einschneidenden Veränderungen der letzten Ubuntu-Versionen muss ich aber leider sagen, dass eine Neuinstallation momentan wohl die bessere Wahl ist. Zumal man so auch deutlich schneller wieder ein laufendes System hat.

Hat man sein /home-Verzeichnis auf einer seperaten Partition ist eine Neuinstallation eigentlich kein Problem (man kann praktisch nach 10min weiterarbeiten).

Backup

In jedem Fall wie immer der Hinweis, dass ein Backup des /home-Verzeichnisses auf eine externe Festplatte vor späteren Sorgen schützt. Hat man viel von Hand konfiguriert, kann es auch nicht schaden /etc zu sichern. Folgendermaßen legt man das Backup von Handan, ab 11.10 ist mit Deja-Dup eine gute grafische Backup-Lösung vorinstalliert.

sudo rsync -av /etc $HOME /media/external_drive/backup/

Es empfiehlt sich ebenfalls, zu gucken, welche Programme man installiert hatte. Eine schnelle Methode ist es mit dpkg eine Liste aller installierter Pakete zu sichern, die man dann später wieder einlesen kann:

## zum speichern
dpkg --get-selections > /media/external_drive/backup/installierte_pakete
## zum späteren installieren
sudo apt-get -y update
sudo dpkg --set-selections < /media/external_drive/backup/installierte_pakete
sudo apt-get dselect-upgrade

USB-Stick

Damit die Installation zügig von Statten geht sollte man von einem USB-Stick oder Cardreader, statt von CD installieren. Wenn man sich das .iso-Image von ubuntu.com geladen hat, hat man drei Optionen. Wer bereits Ubuntu nutzt kann mit dem USB-Startmedien-Ersteller (unter System -> Sytemverwaltung) den USB-Stick direkt erstellen. Alternativ kann man auch von einer gebrannten Ubuntu-CD booten und aus dieser heraus einen USB-Stick erstellen. Seit Ubuntu 11.10 sind die ISO-Images direkt bootfähig. D.h. man kann sie auch mit dd direkt auf den USB-Stick schreiben (z.B. dd if=ubuntu.iso of=/dev/sdb bs=1M). Windows-Nutzer können das Tool UNetbootin oder LiveUSB Install nutzen.

Beim Start des Rechners reicht es meist eine der F-Tasten zu drücken, um ein Boot-Auswahlmenü zu erhalten. Bei vielen Rechnern ist das F8-F12. Es erscheint ein auberginer Ladebildschirm mit einem kleinen weissen Logo. Um das Auswahlmenu zu bekommen, drückt man einfach Enter. Es empfiehlt sich das Live-System zu booten (Ubuntu ausprobieren), weil man dort mehr Möglichkeiten als bei der reinen Installation hat.

Installation

Wenn man Ubuntu bereits installiert hatte, sollte man jetzt die /home-Partition mounten und das Benutzerverzeichnis umbenennen, damit es bei der Installation keine Konflikte gibt. Wenn nicht, kann man direkt mit der Partitionierung der Festplatte loslegen. Die bietet zwar auch das Installations-Programm an, aber deutlich komfortabler geht es mit gparted (Super->gparted). Hier meine Empfehlung für die anzulegenden Partitionen (Art, Größe, Dateisystem, Label):

  • primär, 200MB, ext4, BOOT
  • erweitert, Rest der Platte
    • logisch, 1.5xRAM, linux-swap, SWAP
    • logisch, 15360, ext4, ROOT (wem 15GB nicht reichen, der kann natürlich auch mehr nehmen, aber i.d.R. reichen ~10GB)
    • logisch, Rest, ext4, HOME

Nach der Partitionierung kann die Installation gestartet werden. Die ist so weit selbsterklärend. Da wir nun schon partitioniert haben muss an der entspr. Stelle manuell gewählt werden. Jetzt weist man einfach den angezeigten Partitionen die zu nutzenden Dateisysteme (ext4 und linux-swap) und Mountpoints zu (/boot, / und /home). Bei einer kompletten Neuinstallation müssen keine Häkchen für das Formatieren gesetzt werden (das hat gparted gerade schon getan). Hat man die alte Partitionierung beibehalten formatiert man /boot und / und sollte darauf auchen, dass /home und etwaige NTFS-Partitionen nicht formatiert werden. Letztere kann man übrigens direkt unter /windows oder /media/name mounten lassen. Alles was unter /media gemountet wird, taucht direkt in der Unity-Leiste auf.

Installationsnachbereitung

Jetzt der interessante Teil. Ich sagte ja eingangs, dass ich mit Unity mittlerweile zufrieden bin. Ich nutze es auch relativ unverändert. Allerdings tauchen (zumindest bei mir) einige Probleme auf, deren Behebung ich im folgenden Zeigen will.

Fixes

Unity-Performance

Wem Unity zu langsam wirkt, dem empfehle ich das gepatchte Unity aus Glasens Blog. Dort wird ausserdem erklärt, welche Einstellungen man machen sollte, um Tearing zu verhindern (horizontale Verschiebungen im Bild bei LCDs in schnellen Szenen bei Spielen oder Filmen). Für letzteres muss CCSM installiert sein (s.u.):

sudo add-apt-repository ppa:glasen/unity-performance-fix
sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

Um nun Tearing zu verhindern stellt man im CompizConfig-Settings-Manager (CCSM) einige Werte ein.

  • OpenGL->Mit VBlanc synchronisieren->an (bei ATi-Karten aus!)
  • Composite->Aukualisierungsrate erkennen->aus
  • Composite->Aktualisierungsrate->180 (immer ein Vielfaches der vertikalen Bildwiederholfrequenz nehmen, bei den meisten LCDs ist das 60Hz)

UbuntuOne

Ich freue mich ja sehr, dass Canonical eine Konkurrenz zu Dropbox (referral link) anbietet. Allerdings macht es bei mir nicht nur Nautilus langsam, sondern verursachte am Anfang sogar Abstürze:

sudo apt-get purge ubuntuone*

Zwischenablage

Der Bug #873545 sorgt leider dafür, dass ein Gnome Hintergrund-Dienst abstürzt, wenn bestimmte Programme beendet werden und in diesen Programmen Copy&Paste genutzt wurde. Daher deaktivieren wir den integrierten Clipboard-Manager von Gnome. Man braucht ihn ohnehin nicht. Wer unbedingt eine Zwischenablagen-Verwaltung will sollte Diodon nehmen (s.u.).

gsettings set org.gnome.settings-daemon.plugins.clipboard active false

Software

Nun noch ein paar Empfehlungen zur Installation:

  • synaptic - Seit 11.10 wird der normale Paketmanager nicht mehr mitgeliefert, also nachinstallieren. Wer einzelne .deb-Dateien nicht über das Software-Center installieren will, der braucht auch noch das Paket gdebi.
  • ubuntu-restricted-extras - enthält alle möglichen Codecs, die man so brauchen kann und Microsoft-Schriftarten
  • gimp - GIMP ist eine 1a Fotobearbeitung, welche auch nach Profi-Meinung mit Photoshop mithalten kann (zumindest teilweise). Ergänzend empfiehlt sich die installation von gimp-plugin-registry, welches einen Haufen an zusätzlichen Filtern enthält. Das Paket gimp-gmic erweitert GIMP, um die Manipulationstools, der französischen Grafikspezialisten vom GREYC. Deren Filter entspr. dem aktuellen Forschungsstand in Sachen Bildverarbeitung/-manipulation und machen GIMP z.T. mächtiger als Photoshop.
  • inkscape - vektorbasiertes Zeichenprogramm, welches einen sehr guten Vektorisierer enthält (m.E. besser als alle kommerziellen Lösungen)
  • scribus - Desktop publishing (DTP). Praktisch, um Booklets oder Flyer zu basteln.
  • joe - 1a Kommandozeilen-Texteditor
  • nautilus-open-terminal - überall per rechts-Klick ein Terminal an der entspr. Stelle öffnen
  • compizconfig-settings-manager - ein Einstellungstool für Compiz.
  • vlc - guter Videoplayer, mittlerweile empfehle ich aber eher den default player (totem), da er mit vielen Formaten besser klar kommt (gerade HD)

Weitere Empfehlungen (PPAs)

In einigen Fällen möchte man aktuellere Software, als die in den Ubuntu-Quellen bereitgestellte. Hierfür können Hersteller eigene Paketquellen anbieten oder das von Canonical bereitgestellte PPA-System (Personal Package Archive) nutzen. Hier einige Empehlungen von mir.

Browser

Firefox ist zwar noch Standard, aber viele nutzen gern andere Browser. Mein Favorit ist Opera (darum mag ich Opera). Chromium ist aber auch nicht schlecht (besonders auf Netbooks). Beide kann man gut erweitern und anpassen und beide sind Firefox meines Erachtens überlegen.

Opera läd man sich am Besten direkt von der Download-Seite. Dort wird einem immer die korrekte Version für die genutzte Distribution angeboten. Bei der Installation wird eine Paketquelle von Opera hinzugefügt, so dass man automatisch mit Aktualisierungen versorgt wird. Chromium lässt sich direkt aus den Ubuntu-Quellen installieren. Für die aktuelle Version muss man aber eine neue Paketquelle hinzufügen. Damit es schnell über copy&paste geht, zeige ich hier den Weg über das Terminal. Es geht aber genau so gut über die Systemverwaltung (Software-Paketquellen).

sudo add-apt-repository ppa:chromium-daily/dev && sudo apt-get update
sudo apt-get install chromium-browser chromium-codecs-ffmpeg-extra

Damit sind dann auch alle Codecs (bspw. für das neue WebM) installiert. Die Quelle bietet die Entwickler-Version, die auch mal instabil sein kann. Wer nur die offiziellen stabilen Versionen nutzen möchte, muss in der ppa-Zeile /dev durch /stable ersetzen. Weiterhin gibt es /ppa (taegliche Updates, also immer das alleraktuellste) und /beta (von vielen empfohlen, weil weitestgehend stabil und relativ aktuell). Von Firefox erhält man übrigens immer automatisch die aktuellste Version.

Medien

Damit die Wiedergabe von DVDs vernüftig funktioniert muss man noch die libdvdcss2 installieren. Die ist nicht dabei, weil das in einigen Ländern verboten ist. Um sie in Ubuntu nachzurüsten, gibt man in der Kommandozeile einfach folgenden Befehl ein:

sudo /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh

Möchte man ähnlich wie mit den Daemon-Tools beliebige CD- und DVD-Images (nicht nur ISO) unter Ubuntu mounten empfiehlt sich CDEmu.

sudo add-apt-repository ppa:cdemu/ppa && sudo apt-get update
sudo apt-get install gcdemu

gcdemu kann man nun über den Dash starten und beliebige Images mounten.

Wine

Viele finden es nützlich Wine auf dem aktuellsten Stand zu haben, weil man damit immer die aktuellsten Funktionen hat (und mehr Windows-Programme nutzen kann). Manchmal funktionieren aber auch Programme nicht mehr, die vorher funktionierten (Regressionen). Daher werden mit Ubuntu die stabilen Versionen 1.0 und 1.2 geliefert. Für die aktuellste Entwickler-Version 1.3 (meine Empfehlung) braucht man folgendes PPA.

sudo add-apt-repository ppa:ubuntu-wine/ppa && sudo apt-get update
sudo apt-get install wine1.3

Scribes

Scribes ist ein hervorragender Editor, der dadurch besticht, dass er sehr unkompliziert ist und die Bedienelemente sich im Hintergrund halten. Er hat viele Funktionen, um einem das Programmieren zu erleichern und kommt interessanterweise sehr gut ohne Tabs aus. Scribes habe ich einen eigenen Artikel gewidmet.

sudo add-apt-repository ppa:mystilleef/scribes-daily && sudo apt-get update
sudo apt-get install scribes

Diodon (Zwischenablage managen)

sudo add-apt-repository ppa:diodon-team/stable
sudo apt-get update && sudo apt-get install diodon

Unity Scopes & Lenses

Durch Drücken der Super-Taste (aka Windows) öffnet sich der s.g. Dash. Dort kann man nach Dateien, Programmen und anderen Dingen suchen. Es gibt mittlerweile einige weitere Ansichten, um bspw. Tomboy-Notizen zu durchsuchen oder direkt Torrents von ThePirateBay zu suchen. Letzteres installiert man so:

sudo add-apt-repository ppa:scopes-packagers/ppa
sudo apt-get update && sudo apt-get install unity-scope-piratebay

SUN Java

Ich persönlich brauche noch das echte Java. Da nach der Übernahme durch Oracle leider die Lizenz geändert wurde, lässt sich das Paket sun-java6-jre leider nicht mehr direkt installieren.

sudo add-apt-repository ppa:ferramroberto/java
sudo apt-get update && sudo apt-get install sun-java6-jre

PPAs entfernen (ppa-purge)

Einige externe Quellen ersetzen bereits vorhandene Pakete (wie der Unity-Fix). Von Hand kommt man da nicht besonders leicht auf den alten Stand zurück. Entfernt man einfach die Quelle, bleiben die Pakete auf dem Rechner. Diese müsste man nun einzeln wieder auf den offiziellen Ubuntu-Stand bringen. Erleichterung schafft hier ppa-purge. Den Unity-Fix entfernt man dann bspw. so:

sudo ppa-purge ppa:glasen/unity-performance-fix

Und weiter?

Ich würde erst mal ein wenig Unity erkunden. Gerade die Tastenkombinationen erleichtern einem wirklich die Arbeit. Ausserdem lohnt es sich, direkt die Backup-Funktion einzurichten.

Für alle Fragen und Probleme kann man sich immer an die deutsche Ubuntu-Community wenden. Das Wiki von ubuntuusers.de ist außergewöhnlich gut und im Forum bekommt man kompetente freundliche Hilfe zu allen konkreteren Fragen. Wenn es besonders schnell gehen soll ist auch der deutsche IRC-Channel #ubuntu-de auf Freenode hilfreich.

Gibt man in Ubuntu einen Drucker frei, taucht er auf Macs im gleichen Netz leider nicht auf. Das verwundert, weil Protokolle und Drucksystem identisch sind. Auf beiden Systemen wird als Drucksystem auf CUPS gesetzt. Ausserdem wird auf beiden Systemen die zeroconf-Netzwerklösung mDNS/DNS-SD genutzt (auf dem Mac bekannt als Bonjour, unter Linux Avahi).

Die Schuld liegt hier ausnahmsweise mal nicht bei Linux, sondern in der CUPS-Konfiguration von OSX, die sich irgendwann in einer der letzten Versionen vom default entfernt hat. Macs sind nun so konfiguriert, dass ausschliesslich andere Mac-Drucker angezeigt werden. Soweit ich das sehe liegt das daran, dass nur über AFP freigegebene und Bonjour propagierte Drucker angezeigt werden. Man könnte nun natürlich AFP (netatalk) unter Ubuntu konfigurieren. Oder man stellt einfach auf den Macs den default wieder her, dass auch per CUPS freigegebene Drucker angezeigt werden.

Dazu öffnet man im Browser die Adresse http://localhost:631, um an die grafische CUPS-Konfiguration zu kommen. Dort wählt man im Menu Administration und in der rechten Spalte (Server) Erweitert. Dort setzt man dann die Option, dass auch CUPS-Drucker angezeigt werden (s. Screenshot).

CUPS config

Wenn man die Einstellungen nun übernimmt, muss man Benutzername und Passwort eines Admin-Benutzers auf dem Mac angeben. Falls man den "echten" username nicht weiss, hilft ein kurzer Blick in ein offenes Terminal.

Ubuntu 10.10 ist raus. Daher - als Schnellreferenz für mich selbst und andere - hier wie üblich mein kleiner Post-Install guide.

Eines vorweg: Wer mit 10.04 auskommt und nicht dringend ein neues Feature aus 10.10 benötigt, sollte beim alten bleiben. Gründe für ein Upgrade sind m.E. die neue Schriftart (kann man in Lucid aber auch installieren), das verbesserte Theme, das neue Gnome (bes. wg. des besseren Nautilus) und der neue Kernel. Viele User berichten außerdem, dass sie Hardwareprobleme von lucid seit dem Upgrade nicht mehr haben.

Installationsvorbereitung

In der Regel ist es problemlos möglich, von einem Release zum nächsten ein Upgrade durchzuführen. Sobald ein neues Ubuntu-Release veröffentlicht wird, erscheint in der Aktualisierungsverwaltung ein Hinweis darauf (erscheint kein Hinweis, muss man in den Einstellungen den Wert für Freigabe-Aktualisierung ändern). Wer also bereits Ubuntu installiert hat, dem empfehle ich auf jeden Fall das Upgrade, statt der Neuinstallation. Einige Ausnahmen gibt es allerdings:

  • Mit 9.10 wurde ein neues Dateisystem (ext4) und ein neuer Bootloader (grub2) eingeführt. Beides erhält man nur bei einer Neuinstallation
  • W
  • Hat man grundlegende Pakete in seinem System, durch Pakete aus Fremdquellen ersetzt, wird ein Upgrade vermutlich fehlschlagen und nicht ohne weiterführende Kenntnisse abschliessbar sein. Dies war in der Vergangenheit bspw. bei Quellen für Compiz/Beryl der Fall.
  • Ein Upgrade dauert etw. länger als die Installation von einem USB-Stick.

Hat man sein /home-Verzeichnis auf einer seperaten Partition ist eine Neuinstallation eigentlich kein Problem (man kann praktisch nach 10min weiterarbeiten).

Backup

In jedem Fall wie immer der Hinweis, dass ein Backup des /home-Verzeichnisses auf eine externe Festplatte vor späteren Sorgen schützt. Hat man viel von Hand konfiguriert, kann es auch nicht schaden /etc zu sichern. Es empfiehlt sich ebenfalls, zu gucken, welche Programme man installiert hatte. Eine schnelle Methode ist es mit dpkg eine Liste aller installierter Pakete zu sichern, die man dann später wieder einlesen kann:

## zum speichern
dpkg --get-selections > installierte_pakete
## zum späteren installieren
sudo apt-get -y update
sudo dpkg --set-selections < installierte_pakete
sudo apt-get dselect-upgrade

USB-Stick

Damit die Installation zügig von Statten geht sollte man von einem USB-Stick oder Cardreader, statt von CD installieren. Wenn man sich das .iso-Image von ubuntu.com geladen hat, hat man zwei Optionen. Wer bereits Ubuntu nutzt kann mit dem USB-Startmedien-Ersteller (unter System -> Sytemverwaltung) den USB-Stick direkt erstellen. Alternativ kann man auch von einer gebrannten Ubuntu-CD booten und aus dieser heraus einen USB-Stick erstellen. Windows-Nutzer können das Tool UNetbootin nutzen. Beim Start des Rechners reicht es meist eine der F-Tasten zu drücken, um ein Boot-Auswahlmenü zu erhalten. Bei vielen Rechnern ist das F8-F12. Es erscheint ein auberginer Ladebildschirm mit einem kleinen weissen Logo. Um das Auswahlmenu zu bekommen, drückt man einfach Enter. Es empfiehlt sich das Live-System zu booten (Ubuntu ausprobieren), weil man dort mehr Möglichkeiten als bei der reinen Installation hat.

Installation

Wenn man Ubuntu bereits installiert hatte, sollte man jetzt die /home-Partition mounten und das Benutzerverzeichnis umbenennen, damit es bei der Installation keine Konflikte gibt. Wenn nicht kann man direkt mit der Partitionierung der Festplatte loslegen. Die bietet zwar auch das Installations-Programm an, aber deutlich komfortabler geht es mit gparted (System -> Systemverwaltung). Hier meine Empfehlung für die anzulegenden Partitionen (Art, Größe, Dateisystem, Label):

  • primär, 200MB, ext4, BOOT
  • erweitert, Rest der Platte
    • logisch, 1.5xRAM, linux-swap, SWAP
    • logisch, 15360, ext4, ROOT (wem 15GB nicht reichen, der kann natürlich auch mehr nehmen, aber i.d.R. reichen ~10GB)
    • logisch, Rest, ext4, HOME

Nach der Partitionierung kann die Installation gestartet werden. Die ist so weit selbsterklärend. Da wir nun schon partitioniert haben muss an der entspr. Stelle manuell gewählt werden. Jetzt weist man einfach den angezeigten Partitionen die zu nutzenden Dateisysteme (ext4 und linux-swap) und Mountpoints zu (/boot, / und /home). Bei einer kompletten Neuinstallation müssen keine Häkchen für das Formatieren gesetzt werden (das hat gparted gerade schon getan). Hat man die alte Partitionierung beibehalten formatiert man alles bis auf /home und etwaige NTFS-Partitionen. Letztere kann man übrigens direkt unter /windows oder /media/name mounten lassen. Alles was unter /media gemountet wird, taucht direkt auf dem Desktop auf.

Installationsnachbereitung

Ubuntu ist so schon sehr schick, aber gerade in den letzten Releases wurden einige Dinge eingeführt, die viele Nutzer nerven. Z.B., dass in den Menus von GTK-Programmen keine Icons mehr angezeigt werden, weil dies angeblich die Nutzer eher verwirre. Oder dass man nicht mehr bei Updates benachrichtigt wird, sondern die Update-Verwaltung bei sicherheitsrelevanten Updates automatisch startet (und dies immer wieder tut).

Fixes

Wen diese Kleinigkeiten ebenso stören, der kann die u.a. Fixes anwenden. Die Befehle können direkt in ein Terminal kopiert und ausgeführt werden:

gconftool-2 -s -t bool /apps/update-notifier/auto_launch false
gconftool-2 -s -t bool /apps/indicator-session/suppress_logout_restart_shutdown true
gconftool-2 -s -t bool /desktop/gnome/interface/menus_have_icons true
gconftool-2 -s -t bool /desktop/gnome/interface/buttons_have_icons true
gconftool-2 -s -t bool /desktop/gnome/remote_access/disable_background true
gconftool-2 -s -t string /apps/nautilus/preferences/default_folder_viewer "list_view"
gconftool-2 -s -t string /apps/metacity/general/button_layout ":minimize,maximize,close"
gconftool-2 -s -t int /apps/compiz/general/screen0/options/focus_prevention_level 0
sudo -u gdm gconftool-2 -s -t bool /desktop/gnome/sound/event_sounds false
sudo -u gdm gconftool-2 -s -t bool /apps/gdm/simple-greeter/disable_user_list true

In Reihenfolge wird damit folgendes behoben:

  • das alte Verhalten der Aktualisierungsverwaltung wird wiederhergestellt (man wird über Updates benachrichtigt),
  • der 60s Countdown-Timer beim Ausschalten bzw. Neustart wird deaktiviert,
  • Menus haben wieder Icons,
  • Buttons haben wieder Icons,
  • beim entfernten Zugriff wird das Hintergrundbild standardmäßig nicht angezeigt,
  • in Nautilus werden die Dateien standardmäßig in der Listenansicht und nicht in der Symbolansicht angezeigt
  • die Fensterbuttons werden wieder an die gewohnte Stelle gesetzt
  • focus-prevention wird deaktiviert. das löst bei einigen Anwendungen Probleme aus und dient sonst dazu, dass startende Anwendungen nicht autom. den Fokus bekommen
  • der Trommelwirbel beim Login wird deaktiviert
  • beim Login wird keine Nutzerliste mehr angezeigt

Besitzer von NVidia-Karten werden feststellen, dass der Splash-Screen beim booten sehr lange braucht, um zu erscheinen, und dann auch noch eine sehr schlechte Auflösung hat. Die Lösung beider Probleme wird im Ubuntuusers-Wiki im Artikel Plymouth behandelt.

Software

Zum Schluss noch ein paar Pakete, die ich zum Installieren empfehle:

  • ubuntu-restricted-extras - enthält alle möglichen Codecs, die man so brauchen kann und Microsoft-Schriftarten
  • sun-java6-jre und sun-java6-plugin - weil openjdk einfach nicht so gut funktioniert
  • gimp - GIMP ist eine 1a Fotobearbeitung, welche auch nach Profi-Meinung mit Photoshop mithalten kann (zumindest teilweise). Ergänzend empfiehlt sich die installation von gimp-plugin-registry, welches einen Haufen an zusätzlichen Filtern enthält
  • inkscape - vektorbasiertes Zeichenprogramm, welches einen sehr guten vektorisierer enthält (m.E. besser als alle kommerziellen Lösungen)
  • scribus - Desktop publishing (DTP). Praktisch, um Booklets oder Flyer zu basteln.
  • joe - 1a Kommandozeilen-Texteditor
  • nautilus-open-terminal - überall per rechts-Klick ein Terminal an der entspr. Stelle öffnen
  • simple-ccsm - ein Einstellungstool für Compiz. Sorgt gleichzeitig dafür das man im Erscheinungs-Bild Dialog die Einstellung Benutzerdefiniert auftaucht, so dass man Compiz bei Bedarf deaktivieren kann und beim Aktivieren wieder alle seine Einstellungen hat
  • docky - super Dock für Gnome (neueste Versionen über PPA des Entwicklers, s.u.)
  • vlc - guter Videoplayer, mittlerweile empfehle ich aber eher den default player, da er mit vielen Formaten besser klar kommt (gerade HD), die aktuelle Version läuft allerdings wieder sehr gut (s. PPA unten)
  • wine1.3 - Eine Schnittstelle, die es erlaubt Windows-Programme unter Linux zu nutzen (aktuelle Entwicklungsversion, zu beziehen über PPA, s.u.)

Weitere Empfehlungen (PPAs)

In einigen Fällen möchte man aktuellere Software, als die in den Ubuntu-Quellen bereitgestellte. Hierfür können Hersteller eigene Paketquellen anbieten oder das von Canonical bereitgestellte PPA-System (Personal Package Archive) nutzen. Hier einige Empehlungen von mir.

Browser

Da Firefox mittlerweile sehr lahm ist, sollte man sich vielleicht überlegen, mal auf einen anderen Browser umzusteigen. Mein Favorit ist Opera. Chromium ist aber auch nicht schlecht (besonders auf Netbooks). Beide kann man gut erweitern und anpassen und beide sind Firefox meines Erachtens überlegen.

Opera läd man sich am Besten direkt von der Download-Seite. Dort wird einem immer die korrekte Version für die genutzte Distribution angeboten. Bei der Installation wird eine Paketquelle von Opera hinzugefügt, so dass man automatisch mit Aktualisierungen versorgt wird. Chromium lässt sich direkt aus den Ubuntu-Quellen installieren. Für die aktuelle Version muss man aber eine neue Paketquelle hinzufügen. Damit es schnell über copy&paste geht, zeige ich hier den Weg über das Terminal. Es geht aber genau so gut über die Systemverwaltung (Software-Paketquellen).

sudo add-apt-repository ppa:chromium-daily/dev && sudo apt-get update
sudo apt-get install chromium-browser chromium-browser-inspector chromium-browser-l10n chromium-codecs-ffmpeg-extra

Damit sind dann auch die dt. Sprachunterstützung, die Developer Tools und alle Codecs (bspw. für das neue WebM) installiert. Die Quelle bietet die Entwickler-Version, die auch mal instabil sein kann. Wer nur die offiziellen stabilen Versionen nutzen möchte, muss in der ppa-Zeile /dev durch /stable ersetzen. Weiterhin gibt es /ppa (taegliche Updates, also immer das alleraktuellste) und /beta (von vielen empfohlen, weil weitestgehend stabil und relativ aktuell).

Medien

Damit die Wiedergabe von DVDs vernüftig funktioniert muss man noch die libdvdcss2 installieren. Die ist nicht dabei, weil das in einigen Ländern verboten ist. Um sie in Ubuntu nachzurüsten, gibt man in der Kommandozeile einfach folgenden Befehl ein:

sudo /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh

Möchte man ähnlich wie mit den Daemon-Tools beliebige CD- und DVD-Images (nicht nur ISO) unter Ubuntu mounten empfiehlt sich CDEmu. (Achtung. Momentan noch nicht für maverick kompiliert)

sudo add-apt-repository ppa:cdemu/ppa && sudo apt-get update
sudo apt-get install gcdemu

Nun kann man gcdemu einem Panel hinzufügen (rechts-klick).

Nautilus Elementary und Docky

Nautilus Coverflow

nautilus-elementary ist eine gepatchte Version des Datei-Managers Nautilus. Überflüssige Buttons wurden entfernt und das Layout wirkt logischer und praktischer. Wenn man erst mal damit gearbeitet hat, möchte man es nicht mehr missen. Zudem wird Gloobus-Preview direkt unterstützt. Damit kann man (wie beim Mac) per Leertaste eine schnelle Vorschau von Dateien anzeigen lassen, ohne diese extra zu öffnen. Außerdem enthält das neue Nautilus Elementary für Ubuntu 10.10 eine Art Coverflow-Ansicht und ein integriertes Terminal, welches man bei Bedarf öffnen kann.

sudo add-apt-repository ppa:am-monkeyd/nautilus-elementary-ppa && sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade && sudo apt-get install gloobus-preview && nautilus -q

Damit hat man direkt das neue Nautilus zur Verfügung und kann in den Einstellungen unter Tweaks noch weiter feinjustieren (bspw. die breadcrumbs aufhübschen). Mit F8 und F9 kann man die Seiten- resp. Titelleisten ausblenden. Mit F3 macht man ein zweites Panel auf, welches erleichtert Dateien von A nach B zu kopieren (bspw. links local, rechts server).

ein Docky Dock

Gnome Do ist ein Anwendungsstarter ähnlich wie Quicksilver. Docky ist ein schickes leichtgewichtiges Dock. Für die aktuellesten Versionen von wahlweise (!) docky oder gnome-do (letzteres enthält docky) sind folgende PPAs einzurichten:

## für Docky
sudo add-apt-repository ppa:docky-core/ppa && apt-get update
sudo apt-get install docky
## ODER für Gnome Do
sudo add-apt-repository ppa:do-core/ppa && apt-get update
sudo apt-get install gnome-do

Wine

Viele finden es nützlich Wine auf dem aktuellsten Stand zu haben, weil man damit immer die aktuellsten Funktionen hat (und mehr Windows-Programme nutzen kann). Manchmal funktionieren aber auch Programme nicht mehr, die vorher funktionierten (Regressionen). Daher wird mit Ubuntu die stabile 1.0 mitgeliefert, wie auch eine Vorschau auf die bereits erschienene neue stabile Version 1.2. Für die aktuellste Entwickler-Version 1.3 (meine Empfehlung) braucht man folgendes PPA.

sudo add-apt-repository ppa:ubuntu-wine/ppa && sudo apt-get update
sudo apt-get install wine1.3

Sribes

Scribes ist ein hervorragender Editor, der dadurch besticht, dass er sehr unkompliziert ist und die Bedienelemente sich im Hintergrund halten. Er hat viele Funktionen, um einem das Programmieren zu erleichern und kommt interessanterweise sehr gut ohne Tabs aus.

sudo add-apt-repository ppa:mystilleef/scribes-daily && sudo apt-get update
sudo apt-get install scribes

PPAs entfernen (ppa-purge)

Einige externe Quellen ersetzen bereits vorhandene Pakete (wie nautilus-elementary). Von Hand kommt man da nicht besonders leicht auf den alten Stand zurück. Entfernt man einfach die Quelle, bleiben die Pakete auf dem Rechner. Diese müsste man nun einzeln wieder auf den offiziellen Ubuntu-Stand bringen. Erleichterung schafft hier ppa-purge, welches in Maverick endlich direkt installierbar ist. Nautilus Elementary entfernt man dann bspw. so:

sudo ppa-purge ppa:am-monkeyd/nautilus-elementary-ppa

Und weiter?

Für alle Fragen und Probleme kann man sich immer an die deutsche Ubuntu-Community wenden. Das Wiki von ubuntuusers.de ist außergewöhnlich gut und im Forum bekommt man kompetente freundliche Hilfe zu allen konkreteren Fragen. Wenn es besonders schnell gehen soll ist auch der deutsche channel #ubuntu-de auf Freenode hilfreich.

UMTS-Verbindung per WLAN-Teilen

Sunday, July 11. 2010

Es ist Sommer. Es ist Urlaubszeit. Für viele bedeutet das, dass sie von ihrem geliebten Internetanschluss getrennt sind. Das kann natürlich auch ein Segen sein. Kann man - aus welchen Gründen auch immer - trotzdem nicht auf das Internet verzichten, bieten UMTS-Modems heutzutage eine günstige Möglichkeit für temporäres "Unterwegs_Internet".

Ich habe mich für den Surfstick von o2 entschieden, den es in einer Prepaid-Variante für 30-35€ gibt. Über das Prepaid-Guthaben kann man dann entweder für 0,9ct/min, 3,50€/Tag oder 25€/Monat surfen. Guthaben für 5 Tage ist bereits dabei. Die gewünschten Tarife kann man entweder mit der nur unter Windows laufenden mitgelieferten Software wählen, oder per SMS vom Handy.

Der Stick

Soweit ich weiss, werden alle UMTS-USB-Modems erkannt, die sich momentan im Umlauf befinden. Manchmal sind kleine Nachbesserungen notwendig. So auch bei meinem Stick. Die auf dem Stick vermerkte Bezeichnung lautet Huawei E1550, erkannt wird er allerdings als Huawei E161mit der USB-Id 12d1:1446 (lsusb). Das Problem ist, dass der Stick sobald er Strom bekommt in einen speziellen Modus wechselt, in welchem er ein CD-ROM-Laufwerk vortäuscht (welches die Treiber für Windows enthält). Der Windows-Treiber sorgt dafür, dass in den Modem-Modus gewechselt wird. Das müssen wir unter Linux leider von Hand erledigen. Dazu erstellt man eine UDEV-Regel, in dem man mit root-Rechten folgende Datei anlegt:
/etc/udev/rules.d/15-huawei-e161.rules

SUBSYSTEM="usb"
SYSFS{idProduct}="1446"
SYSFS{idVendor}="12d1"
RUN+="/lib/udev/modem-modeswitch --vendor 0x12d1 --product 0x1446 --type option-zerocd"

Seit Ubuntu 9.10 (karmic) wird der Befehl modem-modeswitch von udev bereitgestellt. Unter 9.04 (jaunty) muss man dazu noch das Paket udev-extras installieren.

Steckt man nun den USB-Stick an, wird automatisch in den Modem-Modus gewechselt, wodurch sich die USB-Id in 12d1:140c ändert

Die Internetverbindung

Die Verbindung wird über den Network-Manager aufgebaut. Unter Mobiles Breitband fügt man eine Verbindung hinzu und klickt sich bis zur Auswahl des Tarifs durch. Hier sollte man darauf achten, dass man den korrekten APN für seinen Tarif nimmt. Der APN für o2-Prepaid ist nicht gelistet und lautet pinternet.interkom.de (s. Abb.). Nun sollte man über den Network-Manager eine Verbindung aufbauen können.

o2 Prepaid APN

Wird die Verbindung zwar aufgebaut, aber man kann keine Domains auflösen, epnfiehlt es sich die Verbindung nochmals zu bearbeiten und in den IPv4-Einstellungen DHCP auf "nur Adressen" zu stellen. Als DNS-Server stellt man dann einen eigenen ein. Suchmaschinen helfen da weiter. Ein beliebter offener DNS-Server ist bspw. 8.8.8.8 von Google.

Der WLAN-Access-Point

Um einen WLAN-AP zu betreiben braucht man eine WLAN-Karte, die sich in den "Master-Mode" versetzen lässt. Ob das mit der eigenen Karte funktioniert sagt einem Google. Meine Atheros-Karte welche ich über den ath9k-Treiber betreibe, eignet sich.

Man benötigt das Paket hostapd, um die WLAN-Karte in einen AP zu verwandeln und das Paket dnsmasq, um den verbundenen Clients eine IP-Adresse zuzuweisen.

Annahmen und Ziele

  • Im folgenden gehe ich davon aus, dass die Internet-Verbindung vom Interface ppp0 angeboten wird, und dass dieses korrekt konfiguriert ist.
  • Das WLAN-Interface, welches wir zum AP machen, heisst typischerweise wlan0
  • Das WLAN-Interface des Access-Points bekommt die IP-Adresse 10.10.0.1 und als Subnetz 255.255.255.0.
  • Die Clients sollen IP-Adressen von 10.10.0.2 bis 10.10.0.150 zugewiesen bekommen.
  • Der AP bekommt die SSID MeinNetz, wird per WPA1/2 geschützt, bekommt den Schlüssel MeinSchluessel und wird auf Kanal 9 betrieben.
  • Diese Annahmen bitte den eigenen Wünschen und Begebenheiten anpassen.

Im Folgenden liste ich die anzupassenden Dateien mit den anzupassenden oder hinzuzufügenden Zeilen. Die Dateien müssen alle mit Root-Rechten angepasst werden.

hostapd Konfiguration

/etc/network/interfaces

auto wlan0
iface wlan0 inet static
address 10.10.0.1
netmask 255.255.255.0

/etc/hostapd/hostapd.conf

interface=wlan0
bridge=br0
driver=nl80211
ssid=MeinNetz
country_code=DE
ieee80211d=1
hw_mode=g
channel=9
wpa=3
# Den folgenden Wert erhaelt man unter Eingabe von
# wpa_passphrase MeinNetz MeinSchluessel
wpa_psk=ef6d1d87c6f550df91b28256b7c5abff7d0a9cb597f49389f51ec0d0d1a00d97
wpa_pairwise=TKIP CCMP

/etc/default/hostapd

RUN_DAEMON="yes"
DAEMON_CONF="/etc/hostapd/hostapd.conf"

/etc/modules

hostap
hostap_pci

dnsmasq Konfiguration

/etc/dnsmasq.conf

interface=wlan0
dhcp-range=10.10.0.2,10.10.0.150,12h

Zum Schluss muss über ein paar Firewall-Regeln dafür gesorgt werden, dass der Netzverkehr von wlan0 an ppp0 weitergeleitet wird. Damit dies dauerhaft so ist, trägt man die Regeln in die Datei /etc/rc.local vor dem exit 0 ein.

iptables -A FORWARD -i ppp0 -o wlan0 -s 10.10.0.0/24 -m conntrack --ctstate NEW -j ACCEPT
iptables -A FORWARD -m conntrack --ctstate ESTABLISHED,RELATED -j ACCEPT
iptables -t nat -A POSTROUTING -o ppp0 -j MASQUERADE
sysctl -w net.ipv4.ip_forward=1

Fertig

Da der Network-Manager noch das wlan0-Interface für sich vereinnahmt, sollte man den Rechner nun einmal neu starten. Alternativ kann man den die Dienste networking, network-manager, hostapd und dnsmasq neu starten und danach die UMTS-Verbindung aufbauen.

Falls bei einem Neustart das Icon für den Network-Manager nicht angezeigt wird, kann man ihn mit sudo restart network-manager neu starten.

Alternative Konfiguration

Will man den AP nur bei Bedarf an- und abschalten - bspw. weil man ansonsten auch das WLAN nutzen möchte, empfiehlt es sich die entspr. Dienste nicht automatisch zu starten. Dies stellt man in den Dateien /etc/default/hostapd und /etc/default/dnsmasq ein (selbsterklärend). Ich nutze zwei Skripte, um den AP zu starten oder zu stoppen. Damit diese funktionieren braucht man noch zwei Versionen der Datei /etc/network/interfaces. Eine unveränderte, welcher ich den Anhang .regular gebe und eine, welche wie oben angegeben modifiziert wurde und den Anhang .hostapd bekommt. Ausserdem sollte auch die /etc/rc.local im ursprünglichen Zustand sein. Die Skripte sehen dann so aus:

$HOME/bin/ap_start

sudo cp /etc/network/interfaces.hostapd /etc/network/interfaces
sudo /usr/sbin/hostapd -B -P /var/run/hostapd.pid /etc/hostapd/hostapd.conf
sudo /usr/sbin/dnsmasq -x /var/run/dnsmasq/dnsmasq.pid -u dnsmasq
sudo iptables -A FORWARD -i ppp0 -o wlan0 -s 10.10.0.0/24 -m conntrack --ctstate
sudo iptables -A FORWARD -m conntrack --ctstate ESTABLISHED,RELATED -j ACCEPT
sudo iptables -t nat -A POSTROUTING -o ppp0 -j MASQUERADE
sudo sysctl -w net.ipv4.ip_forward=1
sudo restart network-manager

$HOME/bin/ap_stop

sudo cp /etc/network/interfaces.regular /etc/network/interfaces
sudo killall hostapd
sudo killall dnsmasq
sudo restart network-manager

Mit dem ersten Skript startet man dann den AP und kann danach die Verbindung aufbauen. Mit dem zweiten stellt man den gewohnten Zustand wieder her.

Passwort-Wechsel

Wednesday, June 9. 2010

Kurz notiert: Hin und wieder sollte man das Passwort seines Systems wechseln. Da ist es nützlich zu wissen, dass das Passswort u.U. an drei Stellen geändert werden muss. Nutzt man ecryptfs, z.B. zum verschlüsseln des Home-Verzeichnisses, dann wird das "mount-passphrase" mit dem Login-Passwort verschlüsselt. Beim Login wird es dann entschlüsselt und auf das verschlüsselte Home-Verzeichnis angewandt, so dass auch dieses entsperrt ist. Auch der Anmelde-Schlüsselbund (gnome-keyring) wird beim Einloggen entsperrt. Er enthält bspw. die bereits eingegebenen Passwörter für Funknetze.

Ändert man nun einfach so sein Login-Passwort, kann es passieren, dass man nicht auf sein Home-Verzeichnis zugreifen kann. Oder es wird beim Versuch mit einem WLAN zu verbinden das Passwort-Fenster von gnome-keyring angezeigt, welches einen auffordert das alte Passwort einzugeben. Das ist sehr ärgerlich.

Um solche Probleme zu vermeiden, sollte man das Passwort ausschliesslich im Terminal mit dem Befehl passwd ändern. Nur so ist nach meinen Tests momentan zu 100 Prozent sichergestellt, dass alle PAM-Module ihre Passwörter mitändern. Das ist nicht besonders benutzerfreundlich, aber momentan der einzige Weg.

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