Gitea oder Gogs statt Github und Gitlab

Ich habe mir den Github-Klon Gogs näher angeschaut und bin hellauf begeistert. Weiter unten erkläre ich noch, wie ich Gogs bzw. Gitea TLS-verschlüsselt hinter Nginx laufen lasse. Nun aber erst mal zu Gogs und warum ich es brauche.

Github ist über die Jahre zum defacto-Standard für Opensource-Entwicklung geworden. Das liegt zum einen an den Features, die Github bietet (Pull-Requests, Issues, Wiki). Die Popularität rührt aber auch daher, dass diese Features sehr einfach gehalten sind. Das Issue-Tracking ist extrem rudimentär, alles andere ist aber für viele Overkill. Github hat das Mitmachen einfach gemacht.

Es gibt allerdings auch Gründe, die gegen die Nutzung von Github sprechen. Github selbst ist z.B. keine Opensource Software. Möchte man auch private Repositories erstellen, braucht man ein kostenpflichtiges Konto. Das habe ich zwar, aber trotzdem möchte ich nicht zwangsläufig das Schicksal meines Codes einer Firma überlassen, über die ich keine Kontrolle habe. Dank der Dezentralität von Git schadet es auch nicht mehrgleisig zu fahren (z.B. Mirror auf Github für Pull-Requests und issues).

Die erste Alternative, die ich mir angeschaut habe, war Gitlab. Komplett open source, ähnliche Features wie Github und dazu noch eine integrierte Plattform für Continuous Integration. Nach einem halben Tag Installation und Konfiguration (alles eher komplex) hat sich gezeigt, dass meine Hardware nicht leistungsstark genug ist und ich einen extra Server für Gitlab bräuchte. Wo Web, Mail, Seafile (mit ~100 aktiven Usern), Minecraft und diverse andere Dinge klaglos parallel laufen, läuft Gitlab nicht mal allein flüssig. Wie das auf einem Raspberry Pi laufen soll ist mir schleierhaft.

Der nächste Kandidat war dann schon Gogs und es konnte sofort überzeugen. Auf den ersten Blick bietet Gogs die gleichen Features wie Github. Zum Teil nicht ganz so poliert, manchmal wirkt es aber auch schicker. Gogs ist in Go geschrieben (Gogs = Go Git Service) und so leichtgewichtig (~20MB RAM), dass es sogar auf einem Raspberry Pi ordentlich läuft.

Und Gitea?

Gogs wurde vor kurzem geforkt. Nachdem der zentrale Entwickler wiederholt für Monate nicht erreichbar war hatte die Community genug und hat Gitea erstellt. Die Entwicklung beim Fork läuft schneller und transparenter, als es bei Gogs je der Fall war. Meine Empfehlung lautet also, Gitea statt Gogs einzusetzen. An Features muss man im Vergleich zu Git kaum Abstriche machen. Hier mal eine kleine unvollständige Aufstellung:

  • interner Issue Tracker (extern möglich)
  • internes Wiki (ebenso extern möglich)
  • protected branches
  • Git hooks
  • webhooks
  • deploy keys
  • signierte Commits
  • Authentifizierung auch über LDAP, SMTP, OAuth2, OpenID und PAM
  • 2FA
  • Support für DroneCI und andere


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Die Folgen der Ubuntu-Nachricht

Ich will nicht größ wiederholen, was andere bereits gesagt haben. Mark Shuttleworth hat bekannt gegeben, dass die Konvergenz-Strategie von Ubuntu aufgegeben wird. Die Vision von einem Betriebssystem für Telefon, Tablet und Desktop ist gestrichen.

Entlassungen

Eine erste direkte Folge sind Entlassungen. Ein zweite ist Frustration beim Rest der Mitarbeiter. Viele von ihnen haben fest an die Zukunft von Unity geglaubt und sind nun bitter enttäuscht, dass das Projekt so kurz vor der Marktreife eingestampft wird. Ich habe mit einigen Mitarbeitern gesprochen und bekam den Eindruck, dass sie sich nicht mal sicher sind, ob sie überhaupt noch weiter für Canonical arbeiten wollen. Ihr Fokus war immer der Desktop, der von Cloud und IoT finanziert wurde. Für eine Cloud/Server-Firma wollen sie nicht arbeiten.

Ubuntu wird Gnome Shell unverändert ausliefern

In einem Google+-Thread ist vermutlich die zentrale Aussage gefallen, welche die Community und besagte Canonical-Mitarbeiter so tief ins Mark traf:

sabdfl Kommentare zu vanilla Gnome

Die höchsten Kosten im Ubuntu-Desktop-Bereich sind dort angefallen, wo Patches gepflegt werden mussten, um Gnome kompatibel mit Unity zu halten. Also ohne, dass für Nutzer ein spürbarer Mehrwert entstand. Man muss Shuttleworths Aussage also auch so werten, dass es keine solchen Patches mehr geben wird. Das ist ganz sicher auch dem Frust geschuldet, wie bisherige Mitarbeit aufgenommen wurde, wie man diesem Kommentar ganz gut entnehmen kann.

Kommentar zur Gnome Kollaboration

Nautilus

Ich persönlich freue mich auf Vanilla Gnome, nicht jedoch auf das untgepatchte Nautilus. Die Gnome-Entwickler haben dort das Navigationsfeature „find-as-you-type“, durch eine Suche ersetzt. Vorher konnte man durch das tippen von bspw. „ca“ zur ersten Datei navigieren, die mit „ca“ beginnt. Nun wird im aktuellen Ordner und seinen Unterordnern nach allen Dateien gesucht, die irgendwo „ca“ enthalten. Gerade im wissenschaftlichen Bereich, wo man häufiger Ordner mit ein paar tausend Dateien hat, fällt Nautilus damit raus. Menschen die dieses neue Verhalten kritisierten wurden auf der Gnome-Mailingliste äußerst feindlich behandelt.

Umso erfreulicher ist es, dass gerade ein Nautilus-Maintainer das Canonical Desktop-Team einläd direkt im Upstream mitzuwirken.

Nautilus Maintainer

Zukunft

Die Arbeit an Unity8 war eine sehr geschlossene Sache. Wer kein kompatibles Gerät hatte, konnte auch nichts wirklich testen in all den Jahren. Unity7 befand sich währendessen in einem absoluten Stillstand und so hat es sich insgesamt für den Ubuntu Desktop angefühlt: Stillstand. Was auch immer die Entscheidung für Ubuntu bringt, eines ist sicher. Es kommt wieder Bewegung in die ganze Sache. Ich hoffe, dass Mark Shuttleworth und seine Mitstreiter dabei bleiben. Ich hoffe auch, dass sie Unterstützung erfahren, denn der Hass der Ubuntu teilweise entgegenschlug ist mir absolut rätselhaft. Dazu zum Schluss noch dieser Kommentar von Shuttleworth:

Mir hate-fest

Jetzt, wo die Gnome-Konkurrenz Unity tot ist, wird Gnome vielleicht eine Mitarbeit von Canonical erlauben. Es wird weiterhin ein bezahltes Desktop-Team bei Canonical geben. Von daher glaube und hoffe ich nicht, dass wir ein 100% Vanilla Gnome bekommen. Die Gräben müssen von beiden Seiten zugeschüttet werden, Gnome3 muss einfach besser werden und den Ubuntu-Entwicklern traue ich durchaus zu dabei mitzuhelfen, so dass Ubuntu 18.04 nicht nur ein weiterer Gnome-Shell-Desktop in lila-grau wird wie Onli befürchtet.